Kurz gesagt
PT-141 (Bremelanotid) ist ein zyklisches Heptapeptid, das als selektiver Agonist des Melanocortin-Rezeptors MC4R im zentralen Nervensystem untersucht wird. Es ist das einzige Molekül dieser Familie, dessen klinisches Derivat eine FDA-Zulassung erreicht hat. Die wichtigsten Fakten im Überblick:
- Abgeleitet von Melanotan 2, chemisch optimiert auf MC4R-Selektivität (Palatin Technologies, 1990er Jahre)
- Molekülmasse 1025,2 Da, zyklische Struktur mit Lactam-Brücke
- FDA-Zulassung als Vyleesi im Juni 2019 für HSDD bei prämenopausalen Frauen; der EMA-Antrag wurde 2020 zurückgezogen, in der EU ist es nicht zugelassen
- Klinische Datenbasis von 1998 bis 2019, von der ersten Crossover-Studie (n = 10) bis zu zwei Phase-3-Studien (RECONNECT, n = 1 247)
- Als Forschungsmaterial (RUO) ab 26,90 € pro 5-mg-Vial erhältlich, ausschließlich für die Laborforschung
Alle Angaben in diesem Artikel beziehen sich auf publizierte Forschung, nicht auf eine Anwendung am Menschen.
Was ist PT-141?
PT-141 ist die Forschungsbezeichnung von Bremelanotid, einem synthetischen Analogon des Hormons Alpha-MSH. Es entstand in den 1990er Jahren bei Palatin Technologies als gezielt weiterentwickeltes Derivat von Melanotan 2, mit dem Ziel, die zentralen Effekte am MC4R-Rezeptor zu erhalten und die Pigmentierungseffekte am MC1R zu minimieren. Die Geschichte beider Moleküle ist deshalb untrennbar verbunden.
Der Ausgangspunkt war eine Beobachtung aus der Frühforschung an der University of Arizona: das Bräunungspeptid Melanotan 2 löste in einer placebokontrollierten Crossover-Studie bei Männern mit psychogener erektiler Dysfunktion Erektionen aus (Wessells 1998, J Urol, n = 10). Palatin isolierte diesen zentralen Effekt chemisch und identifizierte nach Hunderten Kandidaten PT-141. Den Vorläufer und seine Marktproblematik beschreibt unser Leitfaden Melanotan 2 kaufen.
Die wichtigsten Unterschiede der beiden verwandten Moleküle:
| Eigenschaft | PT-141 (Bremelanotid) | Melanotan 2 |
|---|---|---|
| Rezeptorprofil | MC4R-präferentiell | nicht selektiv (alle MC-Rezeptoren) |
| Pigmentierungseffekt | minimal | stark |
| Regulatorischer Status | klinisches Derivat FDA-zugelassen (Vyleesi, 2019) | keine Zulassung |
| Molekülmasse | 1025,2 Da | 1024,2 Da |
| Rolle in der Forschung | zentrale MC4R-Signalgebung | Melanogenese, MC-Rezeptorfamilie |
Wie wirkt PT-141 im Forschungsmodell?
PT-141 überquert die Blut-Hirn-Schranke und aktiviert den MC4R-Rezeptor im Hypothalamus, vor allem im medialen präoptischen Areal und im paraventrikulären Nukleus. Der Effekt entsteht damit zentral über dopaminerge Signalwege, nicht peripher über die Blutgefäße, was das Molekül mechanistisch von PDE5-Inhibitoren unterscheidet. Genau diese zentrale Achse macht es für die Neuropharmakologie interessant.
In Tiermodellen erhöhte PT-141 selektiv das proceptive Verhalten weiblicher Ratten, unabhängig vom endokrinen Status, mit nachweisbarer c-fos-Aktivierung im medialen präoptischen Areal des Hypothalamus. In humanen Studien zeigte sich der zentrale Charakter darin, dass der Effekt auf der Ebene von Verlangen und Erregung gemessen wurde, nicht über die vaskuläre Reaktion. Für Labore, die Melanocortin-Signalwege untersuchen, ist PT-141 damit das Referenzmolekül für die MC4R-Achse, während Melanotan 2 die unselektive Vergleichssubstanz bleibt.
Was zeigen die klinischen Studien von 1998 bis 2019?
Die publizierte Datenbasis umfasst mehr als zwei Jahrzehnte: von der ersten Machbarkeitsstudie 1998 über die intranasale Frühphase (2006) und die Dosisfindung (2016) bis zu zwei parallelen Phase-3-Studien (2019), die zur FDA-Zulassung von Vyleesi führten. Kein anderes Melanocortin-Peptid hat einen vergleichbaren klinischen Weg abgeschlossen.
| Studie | Jahr | n | Kernbefund |
|---|---|---|---|
| Wessells et al., J Urol | 1998 | 10 | Melanotropes Peptid initiierte Erektionen bei psychogener erektiler Dysfunktion (doppelblind, Crossover) |
| Diamond et al., J Sex Med | 2006 | 18 | 20 mg intranasal: signifikant höheres berichtetes Verlangen vs. Placebo (p = 0,0114) |
| Clayton et al., Womens Health | 2016 | 397 | Dosisfindung 0,75 bis 1,75 mg s.c.; 1,75 mg als optimale Phase-3-Dosis identifiziert |
| Kingsberg et al., Obstet Gynecol | 2019 | 1 247 | RECONNECT, zwei Phase-3-Studien: signifikante Verbesserung von Verlangen und Distress; häufigste Nebenwirkung Übelkeit |
Auf Basis der RECONNECT-Daten erteilte die FDA im Juni 2019 die Zulassung für Bremelanotid als Vyleesi (1,75 mg, Autoinjektor) bei hypoaktiver sexueller Luststörung prämenopausaler Frauen. Der EMA-Zulassungsantrag wurde 2020 zurückgezogen; in der EU ist Bremelanotid bis heute nicht registriert. Das Rohpeptid PT-141 außerhalb der Vyleesi-Formulierung bleibt damit in Europa eine reine Forschungssubstanz.
Was kostet PT-141 für die Forschung?
Für Forschungsmaterial mit dokumentierter Analytik ist der Preis pro Milligramm der ehrliche Maßstab: bei Molequa® kostet PT-141 26,90 € pro 5-mg-Vial (5,38 € pro mg) und 35,90 € pro 10-mg-Vial (3,59 € pro mg), als lyophilisiertes Pulver im Vial. Deutlich billigere Angebote ohne Dokumentation sparen fast immer an der Analytik, nicht an der Synthese.
| Format | Preis | Preis pro mg |
|---|---|---|
| 5 mg Vial, lyophilisiert | 26,90 € | 5,38 € |
| 10 mg Vial, lyophilisiert | 35,90 € | 3,59 € |
Die Identität und Reinheit dokumentiert das unabhängige Labor Janoshik Analytical; das chargenspezifische Analysenzertifikat (CoA) zu PT-141 veröffentlichen wir mit der nächsten Charge direkt auf der Produktseite. Zum Vial gehört bakteriostatisches Wasser für die Rekonstitution im Labor, im Bundle mit dem Peptid 3,65 € statt 8,90 €. Stand: August 2026; aktuelle Verfügbarkeit und Konditionen finden Sie auf der Produktseite.
Wo können Sie PT-141 für die Forschung kaufen?
Bei Molequa® können Sie PT-141 kaufen, als lyophilisiertes 5-mg- oder 10-mg-Vial mit LC-MS-Identitätsbestätigung und chargenspezifischem CoA von Janoshik Analytical, versendet aus dem EU-Lager typischerweise in 1 bis 3 Werktagen, ausschließlich für die Laborforschung. Der Bestellprozess verlangt die Bestätigung des Forschungszwecks und die Zustimmung zu den Geschäftsbedingungen.
Verwandte Melanocortin- und Spezialmoleküle finden Sie in der Kategorie spezielle Peptide, darunter Melanotan 2 und GHK-Cu, sowie im gesamten Katalog der Research Peptide online, jeweils mit denselben Standards: unabhängige Analytik, EU-Logistik und eindeutige RUO-Kennzeichnung.
Häufige Fragen
Was ist PT-141 in einem Satz? PT-141 (Bremelanotid) ist ein zyklisches Heptapeptid von 1025,2 Da, das als selektiver MC4R-Agonist im zentralen Nervensystem erforscht wird und dessen klinisches Derivat 2019 von der FDA als Vyleesi zugelassen wurde.
Ist PT-141 in Österreich zugelassen? Nein. Der EMA-Antrag wurde 2020 zurückgezogen, in der EU existiert kein zugelassenes Arzneimittel mit Bremelanotid. PT-141 ist in Österreich ausschließlich als Forschungschemikalie (Research Use Only) für die Laborforschung erhältlich, nicht für die Anwendung am Menschen.
Was ist der Unterschied zwischen PT-141 und Melanotan 2? PT-141 ist der MC4R-selektive Nachfolger von Melanotan 2: minimaler Pigmentierungseffekt, fokussierte zentrale Signalgebung und ein FDA-zugelassenes klinisches Derivat. Melanotan 2 aktiviert alle funktionellen Melanocortinrezeptoren und bleibt ohne Zulassung.
Worin unterscheidet sich PT-141 von PDE5-Inhibitoren? PDE5-Inhibitoren wirken peripher über die Gefäßmuskulatur. PT-141 wirkt zentral am MC4R im Hypothalamus über dopaminerge Bahnen. In der Forschung repräsentieren die beiden Klassen zwei getrennte Mechanismen.
Wie wird PT-141 im Labor gelagert? Lyophilisiert bei 2 bis 8 °C, lichtgeschützt; das Molekül enthält UV-empfindliches Tryptophan. Nach der Rekonstitution mit bakteriostatischem Wasser wird die Lösung gekühlt aufbewahrt und zeitnah verwendet.
Was kostet PT-141 für die Forschung? Bei Molequa® 26,90 € pro 5-mg-Vial (5,38 €/mg) und 35,90 € pro 10-mg-Vial (3,59 €/mg), mit LC-MS-Identität und CoA-Dokumentation, Versand aus der EU. Stand: August 2026.
Quellen
- Wessells H et al. (1998): Synthetic melanotropic peptide initiates erections in men with psychogenic erectile dysfunction. Journal of Urology. PubMed 9679884
- Diamond LE et al. (2006): An effect on the subjective sexual response in premenopausal women with sexual arousal disorder by bremelanotide (PT-141). Journal of Sexual Medicine. DOI 10.1111/j.1743-6109.2006.00268.x
- Clayton AH et al. (2016): Bremelanotide for female sexual dysfunctions in premenopausal women: a randomized, placebo-controlled dose-finding trial. Womens Health (Lond). PubMed 27181790
- Kingsberg SA et al. (2019): Bremelanotide for the Treatment of Hypoactive Sexual Desire Disorder: Two Randomized Phase 3 Trials. Obstetrics & Gynecology. PubMed 31599840
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