Kurz gesagt
BPC-157 ist ein synthetisches Peptid aus 15 Aminosäuren, abgeleitet von einem im menschlichen Magensaft vorkommenden Protein. Es ist das meistdiskutierte Molekül der Geweberegenerationsforschung und zugleich eines mit einer auffälligen Besonderheit: Es ist im sauren Milieu stabil.
Die Namen
| Bezeichnung | Herkunft |
|---|---|
| BPC-157 | Gebräuchliche Kurzform |
| Body Protection Compound 157 | Ausgeschriebene Bezeichnung |
| PL 14736, PL-10 | Ältere Entwicklungsbezeichnungen |
| Pentadecapeptid BPC 157 | In Publikationen übliche Form, nach den 15 Aminosäuren |
Herkunft
Der Ausgangspunkt war eine Beobachtung an einem Gewebe, das eigentlich nicht überleben dürfte. Die Magenschleimhaut steht in ständigem Kontakt mit Salzsäure bei einem pH-Wert um 2 und regeneriert sich dennoch fortlaufend.
Die Arbeitsgruppe um Predrag Sikirić in Zagreb untersuchte in den 1990er Jahren, welche Faktoren im Magensaft dafür verantwortlich sind (Sikirić et al. 2020, Gut Liver). Aus einem größeren Protein, dem Body Protection Compound, wurde eine Teilsequenz aus 15 Aminosäuren isoliert, die einen erheblichen Teil der beobachteten Aktivität trug.
Daraus folgt die Eigenschaft, die BPC-157 von fast allen anderen Peptiden unterscheidet: Weil es aus einer Umgebung mit pH 2 stammt, ist es im Magen stabil. Die meisten Peptide werden dort zerlegt.
Was es macht
Die Literatur beschreibt mehrere ineinandergreifende Mechanismen:
Angiogenese. Beschrieben wird eine Hochregulation von VEGFR2 und eine gesteigerte Bildung neuer Blutgefäße (Hsieh et al. 2017, J Mol Med). Neues Gewebe braucht Gefäßanschluss, dieser Punkt gilt als zentral.
Fibroblastenmigration. In Zellkulturarbeiten wandern behandelte Fibroblasten schneller in eine Wundfläche und bilden vermehrt Kollagen.
FAK-Paxillin-Signalweg. Der am besten charakterisierte molekulare Weg, verknüpft mit Zelladhäsion und Migration (Chang et al. 2011, J Appl Physiol).
Stickstoffmonoxid-System. Beschrieben wird eine Modulation der NO-Synthese, was in der Literatur mit den berichteten Effekten auf Gefäße und Blutdruckregulation in Verbindung gebracht wird (Sikirić et al. 2014, Curr Pharm Des).
Wo geforscht wird
| Feld | Datenlage |
|---|---|
| Gastrointestinale Läsionen | am umfangreichsten, Ursprungsfeld |
| Sehnen und Bänder | umfangreich präklinisch, populärstes Feld |
| Gefäßheilung | gut belegt in Tiermodellen |
| Nervengewebe | wachsend, präklinisch |
Forschungsstand 2026
Die präklinische Literatur ist umfangreich. Kontrollierte Humanstudien fehlen jedoch weitgehend; ein früheres klinisches Programm zu entzündlichen Darmerkrankungen wurde nicht bis zur Zulassung geführt (Sikirić et al. 2012, Curr Med Chem).
Zu berücksichtigen ist außerdem, dass ein sehr großer Anteil der Publikationen aus einer Arbeitsgruppe stammt. Unabhängige Replikation in vergleichbarem Umfang steht aus.
BPC-157 ist in keinem Land als Arzneimittel zugelassen und steht auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur.
Weiterführend
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Rechtlicher Hinweis. Dieser Text ist eine Auswertung publizierter wissenschaftlicher Literatur und keine Anwendungsempfehlung. Alle genannten Mengen, Intervalle und Beobachtungen stammen aus veröffentlichten Studienprotokollen und beziehen sich auf den dort beschriebenen Untersuchungskontext. BPC-157 ist kein zugelassenes Arzneimittel und nicht für den menschlichen oder tierischen Verzehr bestimmt. Forschungsmaterial wird ausschließlich für die wissenschaftliche Laborforschung abgegeben.
