Kurz gesagt
Kollagen Peptide sind ein Lebensmittel: ein Gemisch aus vielen kurzen Bruchstücken, das durch enzymatische Spaltung von Kollagen oder Gelatine entsteht und als Nahrungsergänzungsmittel in Gramm verkauft wird. Forschungspeptide wie das Kupferpeptid GHK-Cu sind dagegen eine einzige, analytisch definierte Sequenz, die ausschließlich für die Laborforschung bestimmt ist.
- Im Blut nachweisbar: nach Einnahme von Gelatinehydrolysat erreichte peptidgebundenes Hydroxyprolin nach 1 bis 2 Stunden 20 bis 60 nmol/mL Plasma, Hauptbestandteil war Pro-Hyp (Iwai 2005, J Agric Food Chem)
- Studienlage gespalten: in 23 randomisierten Studien mit 1474 Teilnehmenden fanden Studien ohne Industriefinanzierung keinen Effekt auf die Haut (Myung 2025, Am J Med)
- GHK-Cu: 1973 in menschlichem Serum beschrieben (Pickart 1973, Nat New Biol), die Sequenz Gly-His-Lys steckt auch im Typ-I-Kollagen (Maquart 1988, FEBS Lett)
- Analytik: die GHK-Cu-Charge ATGHK-100-2608-01 hat laut Analyton Labs eine HPLC-Reinheit von 99,58 % und ein Verhältnis Kupfer zu GHK von 1,00
Molequa® liefert Peptide ausschließlich für die Laborforschung (RUO) und verkauft keine Kollagenpräparate.
Was sind Kollagen Peptide?
Kollagen Peptide, auch Kollagenhydrolysat genannt, entstehen, wenn Kollagen oder Gelatine enzymatisch in kurze Stücke zerlegt wird. Das Ergebnis ist kein einzelner Stoff, sondern ein Gemisch aus Peptiden unterschiedlicher Länge mit viel Glycin, Prolin und Hydroxyprolin. Rechtlich ist es in Österreich ein Lebensmittel, meist ein Nahrungsergänzungsmittel in Pulver, Kapseln oder Trinkampullen.

Kollagen ist das häufigste Strukturprotein des Körpers. Seine Ketten wiederholen das Muster Glycin, X, Y, wobei an den Stellen X und Y oft Prolin und Hydroxyprolin stehen. Nach dem Verzehr wird der Großteil zu Aminosäuren abgebaut, ein Teil gelangt aber als Di- und Tripeptid ins Blut.
Die Arbeitsgruppe um Iwai wies 2005 nach der Einnahme von Gelatinehydrolysaten aus Schweinehaut, Hühnerfüßen und Knorpel vor allem Pro-Hyp im Plasma nach, daneben kleinere Mengen Ala-Hyp, Leu-Hyp und weiterer Dipeptide. Nach 4 Stunden war die Konzentration auf die Hälfte des Höchstwerts gefallen (Iwai 2005).
Für die Einordnung entscheidend: Ein Kollagenpräparat hat keine feste Sequenz. Zwei Produkte mit derselben Aufschrift „Kollagen Peptide” können sich in Rohstoff, Kettenlänge und Peptidmuster deutlich unterscheiden. Gesundheitsbezogene Angaben auf solchen Produkten sind nach der EU-Verordnung 1924/2006 nur zulässig, wenn sie ausdrücklich zugelassen sind.
Was zeigen die Studien zu Kollagenpeptiden?
Die Studienlage ist gespalten. Meta-Analysen von 2021 und 2023 fanden nach oraler Einnahme bessere Werte für Hautfeuchtigkeit und Elastizität als unter Placebo. Eine Meta-Analyse von 2025 zeigte jedoch, dass dieser Unterschied aus industriefinanzierten und methodisch schwächeren Studien stammt, während unabhängige und hochwertige Studien keinen Effekt fanden.
Die meistzitierten Einzelstudien stammen von Proksch und Kollegen aus dem Jahr 2014. In einer Studie mit 69 Frauen zwischen 35 und 55 Jahren war die Hautelastizität nach 8 Wochen in beiden Kollagengruppen besser als unter Placebo (Proksch 2014a, Skin Pharmacol Physiol). In einer zweiten Studie mit 114 Frauen zwischen 45 und 65 Jahren war das Volumen der Augenfalten nach 8 Wochen um 20 % geringer als unter Placebo (Proksch 2014b). Beide Studien prüften spezifische Kollagenpeptide, nicht Kollagenhydrolysat im Allgemeinen.
De Miranda und Kollegen werteten 19 Studien mit 1125 Teilnehmenden zwischen 20 und 70 Jahren aus, 95 % davon Frauen, und fanden günstigere Werte für Feuchtigkeit, Elastizität und Falten (de Miranda 2021, Int J Dermatol). Pu und Kollegen kamen 2023 mit 26 Studien und 1721 Teilnehmenden zu einem ähnlichen Ergebnis, wiesen aber auf mehrere Verzerrungsquellen in den eingeschlossenen Studien hin (Pu 2023, Nutrients).
Myung und Kollegen trennten 2025 die 23 ausgewerteten Studien nach Finanzierung und Qualität. Ohne Finanzierung durch Unternehmen zeigte sich kein Effekt auf Feuchtigkeit, Elastizität oder Falten, bei den hochwertigen Studien ebenfalls keiner. Ihr Fazit lautet, dass es derzeit keine klinische Evidenz gibt, die Kollagenpräparate gegen Hautalterung stützt (Myung 2025).
Kupferpeptid GHK-Cu: eine definierte Sequenz
GHK-Cu ist ein Komplex aus dem Tripeptid Glycin, Histidin, Lysin und einem Kupferion. Anders als Kollagenhydrolysat ist es ein einzelnes Molekül mit bekannter Masse, das sich analytisch eindeutig bestimmen lässt. In der Hautpflege trägt es die Bezeichnung Copper Tripeptide-1, als Forschungspeptid wird es in Zellkultur- und Tiermodellen untersucht.

Loren Pickart beschrieb das Tripeptid 1973 als Bestandteil von menschlichem Serum (Pickart 1973). Laut einer Übersicht von 2015 kommt es in Plasma, Speichel und Harn vor, und seine Konzentration nimmt mit dem Alter ab (Pickart 2015, Biomed Res Int).
Die Brücke zum Kollagen ist direkt. In Fibroblastenkulturen steigerte GHK-Cu die Kollagensynthese ab Konzentrationen von 10⁻¹² bis 10⁻¹¹ M, mit einem Maximum bei 10⁻⁹ M. Die Autoren wiesen darauf hin, dass dieselbe Dreierfolge Gly-His-Lys in der α2(I)-Kette von Typ-I-Kollagen vorkommt (Maquart 1988).
In Wasser und in Puffern mit pH 4,5 bis 7,4 blieb GHK-Cu mindestens zwei Wochen bei 60 °C stabil, unter basischen und oxidativen Bedingungen wurde es dagegen gespalten. Mit einem log D um minus 2,4 ist es stark wasserlöslich (Badenhorst 2016, Pharm Dev Technol). Eine ausführliche Einordnung kosmetischer Forschungspeptide finden Sie im Ratgeber Peptide für das Gesicht.
Vergleich: Kollagenhydrolysat und Forschungspeptid
Der Unterschied liegt nicht im Wort Peptid, sondern in Definition, Menge und Zweck. Kollagenhydrolysat ist ein Lebensmittelgemisch, das in Gramm verzehrt wird. Ein Forschungspeptid ist eine Reinsubstanz in Milligramm, deren Identität und Gehalt für jede Charge gemessen werden und die nicht für die Anwendung am Menschen bestimmt ist.
| Merkmal | Kollagen Peptide (Hydrolysat) | Forschungspeptid GHK-Cu |
|---|---|---|
| Zusammensetzung | Gemisch vieler Peptide unterschiedlicher Länge | ein Tripeptid, Gly-His-Lys, mit Kupfer |
| Sequenz bekannt | nein, nur das Aminosäuremuster | ja, Masse auf 0,5 ppm bestätigt |
| Typische Menge | Gramm pro Portion | Milligramm pro Fläschchen, Etikett 100 mg |
| Rechtliche Kategorie | Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel | Forschungschemikalie, nur Laborforschung (RUO) |
| Typische Analytik | Proteingehalt, Molekulargewichtsverteilung | HPLC-Reinheit, Massenspektrometrie, Kupfergehalt |
| Studien am Menschen | über 20 randomisierte Studien, Ergebnis umstritten | Forschungsmaterial ist nicht für Menschen bestimmt |
Daraus folgt eine praktische Regel: Wer Kollagenpräparate miteinander vergleicht, vergleicht Rezepturen. Wer Forschungspeptide vergleicht, vergleicht Chargen. Bei GHK-Cu ist zusätzlich das Kupfer Teil der Identität. Ein Pulver ohne vollständige Kupferbindung ist chemisch ein anderer Stoff, nämlich freies GHK.
Woran Sie die Qualität einer Kupferpeptid-Charge erkennen
Bei einem Forschungspeptid zählt das Zertifikat der konkreten Charge, ausgestellt von einem unabhängigen Labor. Für GHK-Cu sollte es neben Reinheit und Identität auch den Kupfergehalt, das Verhältnis Kupfer zu Peptid und den Anteil an freiem Kupfer ausweisen, denn erst diese Werte zeigen, ob tatsächlich der Komplex vorliegt.
Das Zertifikat der Molequa®-Charge ATGHK-100-2608-01 stammt vom unabhängigen Labor Analyton Labs. Es weist unter anderem aus:
- HPLC-Reinheit 99,58 %, größte Einzelverunreinigung 0,18 %
- Identität per hochauflösender Massenspektrometrie, Abweichung 0,5 ppm für den Kupferkomplex
- Komplexgehalt 93,50 %, Kupfer 14,80 %, molares Verhältnis Kupfer zu GHK 1,00
- freies, nicht gebundenes GHK 1,8 % der Fläche, freies Kupfer 0,10 %
- 97,99 mg Peptid pro Fläschchen mit 100 mg Etikett, also 98,0 %
- Trifluoracetat unter 20 ppm
Das Pulver ist blau bis blauviolett. Weiße Partikel wären laut Zertifikat kupferfreies GHK, ein einfacher erster Sichtcheck. Die Chargennummer auf dem Fläschchen können Sie im CoA Checker mit dem Zertifikat abgleichen. Das Kupferpeptid GHK-Cu für die Forschung führt Molequa® in Fläschchen zu 100 mg, die aktuelle Verfügbarkeit sehen Sie auf der Produktseite.
Häufig gestellte Fragen
Sind Kollagen Peptide und Forschungspeptide dasselbe?
Nein. Kollagen Peptide sind ein Lebensmittel aus vielen Bruchstücken von Kollagen. Forschungspeptide wie GHK-Cu sind eine einzelne, definierte Sequenz, die nur für die Laborforschung bestimmt ist.
Gelangen Kollagenpeptide ins Blut?
Teilweise. Nach der Einnahme von Gelatinehydrolysat wurden im Plasma vor allem Dipeptide wie Pro-Hyp gemessen, mit dem Höchstwert nach 1 bis 2 Stunden.
Was sagen Meta-Analysen zu Kollagen und Haut?
Meta-Analysen von 2021 und 2023 fanden Vorteile gegenüber Placebo. Eine Auswertung von 2025 mit 23 Studien zeigte, dass Studien ohne Industriefinanzierung und hochwertige Studien keinen Effekt fanden.
Was ist ein Kupferpeptid?
Ein Peptid, das ein Kupferion bindet. Das bekannteste ist GHK-Cu aus Glycin, Histidin und Lysin, in der Kosmetik als Copper Tripeptide-1 bezeichnet.
Woran erkenne ich eine gute GHK-Cu-Charge?
Am Zertifikat eines unabhängigen Labors mit Reinheit, Massenspektrometrie, Kupfergehalt und Verhältnis Kupfer zu Peptid.
Ist GHK-Cu von Molequa® für die Anwendung auf der Haut bestimmt?
Nein. Es ist Referenzmaterial ausschließlich für die Laborforschung (RUO). Molequa® veröffentlicht deshalb keine Anwendungs- oder Dosierungshinweise.


