Kurz gesagt
GHK-Cu ist der Komplex aus dem Tripeptid Glycyl-L-Histidyl-L-Lysin und einem Kupfer(II)-Ion. Im deutschen Sprachraum ist dafür der Begriff Kupferpeptid verbreitet.
- Struktur: drei Aminosäuren (Gly-His-Lys), an Cu²⁺ gebunden, Molekulargewicht rund 402 Da, CAS 89030-95-5
- Herkunft: 1973 von Loren Pickart und Marilyn Thaler im menschlichen Serum beschrieben (Nat New Biol)
- Datenlage: breit in Zell- und Tiermodellen, dünn beim Menschen. Eine Übersichtsarbeit von 2025 spricht ausdrücklich von einer “überraschenden Abwesenheit klinischer Studien” zu GHK-Cu und Pal-GHK
- Offene Frage: GHK-Cu ist hydrophil und durchdringt das Stratum corneum nur begrenzt
- Erscheinungsbild: blaues Lyophilisat, ungewöhnlich unter den Forschungspeptiden, die Farbe stammt vom gebundenen Kupfer
Alles Folgende beschreibt publizierte Laborforschung. GHK-Cu ist bei Molequa® ausschließlich Referenzmaterial für die wissenschaftliche Laborforschung (RUO) und nicht für die Anwendung am Menschen oder am Tier bestimmt.
Was GHK-Cu ist
GHK-Cu ist ein körpereigenes Tripeptid im Komplex mit Kupfer. Die Sequenz Glycin, Histidin, Lysin bindet ein Cu²⁺-Ion über den Imidazolring des Histidins und die Aminogruppe des Glycins. Das Kupfer ist kein Zusatz, sondern struktureller Bestandteil des Komplexes. Beschrieben wurde die Substanz 1973, als Pickart und Thaler im menschlichen Serum einen Faktor isolierten, der das Überleben normaler Leberzellen in Kultur verlängerte.
Diese Erstbeschreibung (PubMed 4349963) betraf die Wirkung auf Leberzellen, nicht auf Haut. Die dermatologische Forschungsrichtung, für die GHK-Cu heute bekannt ist, kam erst Jahrzehnte später dazu. Die Zuordnung des Kupfers erfolgte 1980 in einer Arbeit von Pickart und Kollegen zur Assoziation des Tripeptids mit Kupfer und Eisen im Plasma (PubMed 6246126).

Kupferpeptid, GHK oder GHKCU: ein Molekül, mehrere Schreibweisen
Alle drei Bezeichnungen meinen dieselbe Substanz. GHK ist das Peptid ohne Metall, GHK-Cu der Komplex mit Kupfer, Kupferpeptid die deutsche Sammelbezeichnung und GHKCU eine Schreibvariante ohne Bindestrich, die vor allem in Suchanfragen auftaucht. Fachlich relevant ist nur die erste Unterscheidung: mit oder ohne Kupfer.
Diese Unterscheidung ist nicht kosmetisch. In der Literatur werden GHK und GHK-Cu teilweise getrennt untersucht, und die Genexpressionsarbeit, die weiter unten beschrieben wird, verwendete das kupferfreie GHK. Wer Studien vergleicht, sollte deshalb prüfen, welche der beiden Formen tatsächlich eingesetzt wurde. Pal-GHK ist eine dritte Variante, ein palmitoyliertes Derivat aus der kosmetischen Formulierungsentwicklung.
Was die Genexpressionsdaten zeigen
Die meistzitierte Genexpressionsarbeit stammt aus der Lungenforschung, nicht aus der Dermatologie. Campbell und Kollegen profilierten 2012 in Genome Med 64 Gewebeproben (8 Regionen aus 8 Lungen) von Rauchern mit COPD und identifizierten 127 Gene, deren Expression mit der regionalen Emphysemschwere zusammenhing. Über die Connectivity Map fanden sie GHK als Substanz, die diese Signatur umkehrte.
Im anschließenden Zellversuch reproduzierte GHK an humanen Fibroblasten die von TGFβ ausgelösten Expressionsmuster, führte zur Organisation des Aktin-Zytoskeletts und erhöhte die Expression von Integrin β1. Fibroblasten aus COPD-Lungen stellten unter GHK oder TGFβ die Kollagen-I-Kontraktion wieder her (PubMed 22937864).
Wichtig für die Einordnung: Es handelt sich um ein Zellmodell und eine computergestützte Signaturanalyse, nicht um eine klinische Studie. Die Übersichtsarbeit von Pickart und Margolina fasst die Bandbreite der beschriebenen Effekte zusammen, von Kollagen-, Elastin- und Glykosaminoglykansynthese bis zur Unterstützung dermaler Fibroblasten (PubMed 29986520), bleibt aber eine Review präklinischer Befunde.

GHK-Cu im Vergleich zu anderen kosmetischen Forschungspeptiden
GHK-Cu unterscheidet sich von den anderen häufig untersuchten kosmetischen Peptiden nicht graduell, sondern im Mechanismus. Argireline und Snap-8 werden im Zusammenhang mit dem SNARE-Komplex und der Muskelkontraktion untersucht, GHK-Cu dagegen im Zusammenhang mit der extrazellulären Matrix. Die folgende Tabelle stellt die untersuchten Ansatzpunkte gegenüber.
| Peptid | Untersuchter Ansatzpunkt | Erstbeschreibung | Kupfer nötig |
|---|---|---|---|
| GHK-Cu | Extrazelluläre Matrix, Kollagen, Fibroblasten | 1973 (Pickart, Thaler) | ja, Cu²⁺ ist Teil des Komplexes |
| Argireline (Acetyl Hexapeptide-8) | SNARE-Komplex, mimische Muskelaktivität | 2002 (Lipotec) | nein |
| Snap-8 (Acetyl Octapeptide-3) | SNARE-Komplex, verlängerte Sequenz | nach Argireline | nein |
| Epithalon (AEDG) | Telomerase, Longevity-Modelle | Khavinson-Arbeitsgruppe | nein |
Eine Arbeit aus dem Journal of Cosmetic Dermatology untersuchte 2023 die Kombination von GHK-Cu mit Hyaluronsäure an humanen dermalen Fibroblasten und an einem Ex-vivo-Hautmodell. Im Verhältnis 1:9 mit niedermolekularer Hyaluronsäure stieg die Kollagen-IV-Synthese im Zelltest um das 25,4-Fache, im Ex-vivo-Hauttest um das 2,03-Fache (PubMed 37062921). Der Abstand zwischen beiden Zahlen ist der eigentliche Befund: Was in der Zellkultur groß aussieht, fällt im Gewebemodell deutlich kleiner aus.
Eine ausführlichere Gegenüberstellung der vier Moleküle finden Sie im Beitrag Peptide für das Gesicht, und die Grundlagen zur Substanzklasse im Beitrag Was sind Peptide.
Was die Daten nicht belegen
Die Evidenzlage zu GHK-Cu ist präklinisch breit und klinisch dünn. Eine Übersichtsarbeit in Bioimpacts von 2025 kommt zu dem Schluss, dass GHK auf Basis zellulärer Studien zweifellos als Anti-Falten-Wirkstoff gelten kann, stellt aber im selben Text eine “überraschende Abwesenheit klinischer Studien” mit GHK-Cu und Pal-GHK fest (PubMed 39963574).
Dazu kommt ein physikochemisches Problem. GHK-Cu ist hydrophil und durchdringt das lipophile Stratum corneum nur begrenzt. Eine Übersicht in Molecules von 2025 zur Hautpermeation liposomal verkapselter GHK-Cu-Formulierungen stellt fest, dass der Transport liposomaler GHK-Cu-Systeme bislang wenig Aufmerksamkeit erhalten hat und dass hier eine methodische Forschungslücke besteht (PubMed 39795193).
Die Tiermodelle sind entsprechend vorsichtig zu lesen. In einem Verbrühungsmodell an Mäusen förderten GHK-Cu-Liposomen die Proliferation von HUVEC-Zellen um 33,1 Prozent und die Wundheilungszeit verkürzte sich auf 14 Tage nach Verletzung (PubMed 28370978). Ein Mausmodell ist ein Mausmodell. In einem Bleomycin-Modell der Lungenfibrose wurden protektive Effekte über antioxidative und antiinflammatorische Signalwege beschrieben (PubMed 31809714).
Was sich aus alldem nicht ableiten lässt: eine Aussage über Wirkung, Sicherheit oder Anwendung beim Menschen. Diese Studien wurden an Zellen und Tieren durchgeführt, und Molequa® leitet daraus keinerlei Nutzenversprechen ab.
Wie Sie eine GHK-Cu Charge prüfen
Bei GHK-Cu prüfen Sie zwei Dinge, die bei anderen Peptiden zusammenfallen: die Peptidreinheit und die Kupferbeladung. Ein Analysenzertifikat, das nur einen HPLC-Reinheitswert nennt, sagt nichts darüber, ob der Kupferkomplex tatsächlich gebildet wurde. Der sichtbarste Hinweis darauf ist die Farbe: korrekt komplexiertes GHK-Cu liegt als blaues Lyophilisat vor, freies GHK ist weiß.
Diese vier Angaben gehören auf ein belastbares Zertifikat:
- Chargennummer und Analysedatum, sonst lässt sich das Dokument keiner Lieferung zuordnen
- HPLC-Reinheit mit beigefügtem Chromatogramm, eine Zahl ohne Kurve ist eine Behauptung
- Identitätsbestätigung per Massenspektrometrie, sie unterscheidet GHK von ähnlichen Sequenzen
- Name des Labors, eine Eigenanalyse des Verkäufers ist kein unabhängiger Nachweis
Die Chargen von Molequa® werden vom unabhängigen Labor Analyton Labs analysiert, das auf Peptidanalytik spezialisiert ist. Für GHK-Cu gilt eine Einschränkung, die wir hier offen nennen: Das Molekül befindet sich derzeit im Vorbestellungsstatus, die angegebene Reinheit liegt bei mindestens 99 Prozent, und das Analysenzertifikat wird mit der ersten Charge ausgeliefert. Wer heute ein Zertifikat zu einer bereits analysierten Charge benötigt, sollte auf ein Molekül aus dem lieferbaren Sortiment ausweichen.
GHK-Cu kaufen: worauf es bei der Dokumentation ankommt
Wenn Sie GHK-Cu kaufen, vergleichen Sie nicht den Vialpreis, sondern den Preis pro Milligramm zusammen mit der Dokumentation, die dahintersteht. Bei Molequa® kostet das 5-mg-Vial 17,90 Euro und das 10-mg-Vial 26,90 Euro, das entspricht 3,58 Euro pro Milligramm beim kleineren Gebinde. Versand erfolgt aus einem Lager innerhalb der EU.
Drei Warnsignale, die unabhängig vom Anbieter gelten: ein Preis deutlich unterhalb des Marktbands, ein Zertifikat ohne Chargennummer und ein Anbieter, der zum Forschungsmaterial eine Anwendungsempfehlung für Menschen mitliefert. Das letzte Signal ist das deutlichste, denn es zeigt, dass der Verkäufer den Rahmen, in dem die Substanz legal gehandelt wird, selbst nicht einhält. Die vollständige Kategorie finden Sie unter spezielle Peptide.
Häufig gestellte Fragen
Was ist GHK-Cu?
Der Komplex aus dem Tripeptid Glycyl-L-Histidyl-L-Lysin und einem Kupfer(II)-Ion, Molekulargewicht rund 402 Da, CAS 89030-95-5. Pickart und Thaler beschrieben die Substanz 1973 im menschlichen Serum. In der Forschung wird sie im Zusammenhang mit der extrazellulären Matrix und mit dermalen Fibroblasten untersucht.
Ist GHK-Cu dasselbe wie Kupferpeptid?
Ja. “Kupferpeptid” ist die im Deutschen verbreitete Bezeichnung für denselben Komplex. Zu unterscheiden ist nur GHK ohne Kupfer von GHK-Cu mit Kupfer, weil Studien teilweise die kupferfreie Form verwenden.
Gibt es klinische Studien zu GHK-Cu?
Kaum. Eine Übersichtsarbeit von 2025 stellt ausdrücklich eine überraschende Abwesenheit klinischer Studien zu GHK-Cu und Pal-GHK fest. Die vorhandene Evidenz stammt weit überwiegend aus Zellkulturen und Tiermodellen.
Warum ist GHK-Cu blau?
Die Farbe stammt vom gebundenen Kupfer(II)-Ion. Ein korrekt komplexiertes GHK-Cu-Lyophilisat ist blau, freies GHK ohne Kupfer ist weiß. Die Farbe ist deshalb ein erster, grober Hinweis auf die Komplexbildung, ersetzt aber kein Analysenzertifikat.
Ist GHK-Cu ein zugelassenes Arzneimittel?
Nein. GHK-Cu ist in der EU nicht als Arzneimittel zugelassen. Molequa® liefert die Substanz ausschließlich als Referenzmaterial für die wissenschaftliche Laborforschung, nicht zur Anwendung am Menschen, nicht als Nahrungsergänzungsmittel und nicht als Kosmetikum.
Liegt für GHK-Cu ein Analysenzertifikat vor?
Derzeit noch nicht. Das Molekül steht im Vorbestellungsstatus, die angegebene Reinheit liegt bei mindestens 99 Prozent, und das Zertifikat wird mit der ersten Charge geliefert. Für die übrigen Chargen im Sortiment liegt das Zertifikat von Analyton Labs bereits vor der Bestellung auf der Produktseite.
Warum nennen Sie keine Konzentrationen oder Anwendungsschemata?
Weil GHK-Cu nicht zur Anwendung am Menschen bestimmt ist. Konzentrationsangaben aus Zellversuchen beziehen sich auf Kulturmedien und lassen sich nicht auf andere Kontexte übertragen. Ein Anbieter, der zum Forschungsmaterial ein Anwendungsschema mitliefert, verlässt den Rahmen, in dem die Substanz gehandelt werden darf.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag fasst publizierte Forschungsdaten zusammen und ist keine medizinische Beratung. Alle Produkte von Molequa® sind ausschließlich für die wissenschaftliche Laborforschung (RUO) bestimmt und nicht für den menschlichen oder tierischen Verzehr.
