Kurz gesagt
Selank ist ein synthetisches Heptapeptid, abgeleitet vom körpereigenen Immunpeptid Tuftsin. Die publizierte Forschung dazu ist zahlenmäßig überschaubar und stammt fast vollständig aus einem einzigen Forschungsumfeld. Fünf Punkte sind für ein Labor relevant, das mit dem Molekül arbeiten will:
- Sequenz Thr-Lys-Pro-Arg-Pro-Gly-Pro, Summenformel C33H57N11O9, Molekülmasse 751,9 Da (PubChem CID 11765600)
- Die ersten vier Reste sind Tuftsin, die angehängte Pro-Gly-Pro-Sequenz dient der Stabilisierung gegen Peptidasen
- PubMed listet zum Suchbegriff Selank 136 Einträge, davon 101 englischsprachig indexiert (Abfrage 01.09.2026)
- Der methodisch strittigste Punkt der gesamten Literatur ist nicht das Molekül, sondern die intranasale Verabreichungsroute
- N-Acetyl Selank ist ein anderes Molekül, nicht dieselbe Substanz mit anderem Namen
Dieser Artikel wertet publizierte Literatur aus. Er bezieht sich ausschließlich auf die wissenschaftliche Laborforschung und nicht auf eine Anwendung am Menschen.
Was ist Selank?
Selank ist ein aus sieben Aminosäuren aufgebautes synthetisches Peptid mit der Sequenz Thr-Lys-Pro-Arg-Pro-Gly-Pro. Es entstand als stabilisierte Variante des endogenen Tetrapeptids Tuftsin und wird in der Literatur überwiegend in Angst-, Stress- und Entzugsmodellen der Verhaltensforschung sowie in Untersuchungen zur Genexpression eingesetzt.
Chemisch ist das Molekül gut charakterisiert. Die Summenformel lautet C33H57N11O9, die mittlere Molekülmasse liegt bei 751,9 g/mol. Diese Zahl ist für die Praxis wichtiger, als sie auf den ersten Blick wirkt, denn sie ist der Wert, gegen den ein massenspektrometrischer Identitätsnachweis abgeglichen wird.
Selank besitzt kein Cystein und damit keine Disulfidbrücken, und es enthält kein Methionin. Beides sind in der Peptidchemie die üblichen Schwachstellen für Oxidation. Das Molekül ist deshalb chemisch vergleichsweise unkompliziert zu handhaben, was allerdings nichts über die Qualität einer konkreten Charge aussagt.
Herkunft: warum Tuftsin allein nicht ausreichte
Tuftsin ist ein natürlich vorkommendes Tetrapeptid (Thr-Lys-Pro-Arg) aus der schweren Kette des Immunglobulins G, das in den 1970er Jahren als Immunmodulator beschrieben wurde. Es hat jedoch eine sehr kurze Halbwertszeit, weshalb es für kontrollierte Untersuchungen praktisch unbrauchbar war. Selank ist der Versuch, dieses Problem chemisch zu lösen.
Die Arbeiten dazu liefen ab den 1980er Jahren am Institut für Molekulargenetik der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau. Das Institut verfolgte den Ansatz der Peptid-Bioregulation, also die Idee, dass kurze Aminosäuresequenzen als eigenständige Signalmoleküle funktionieren können. Aus derselben Arbeitsrichtung stammt auch Semax.
Der Kunstgriff war eine C-terminale Verlängerung um die Tripeptid-Sequenz Prolin-Glycin-Prolin. Prolinreiche Sequenzen sind gegenüber dem enzymatischen Abbau deutlich widerstandsfähiger, weil die üblichen Peptidasen an ihnen schlechter angreifen. Eine Übersichtsarbeit von 2018 hat die molekularen Aspekte dieser Konstruktion zusammengefasst (Vyunova et al. 2018, Protein Pept Lett).
Für die Bewertung der Literatur ist die Herkunft entscheidend. Nahezu alle frühen Arbeiten stammen aus diesem einen Institut oder aus dessen unmittelbarem Umfeld.
Selank und N-Acetyl Selank sind zwei verschiedene Moleküle
In Forschungsforen und bei Anbietern begegnet Ihnen neben Selank auch N-Acetyl Selank. Das ist keine Schreibvariante, sondern ein chemisch anderes Molekül mit einer acetylierten N-terminalen Aminogruppe, anderer Masse und anderem Abbauprofil.
Die Verwechslung hat praktische Folgen. Ein Analysenzertifikat, das für die acetylierte Variante ausgestellt wurde, belegt nichts über die nicht acetylierte Form, und die in der Literatur beschriebenen Befunde beziehen sich fast durchgehend auf das nicht acetylierte Selank.
Prüfen Sie deshalb vor jeder Bestellung, welche der beiden Formen im Analysenzertifikat steht und welche Masse dort angegeben ist. Bei nicht acetyliertem Selank muss dort 751,9 Da stehen. Wenn Bezeichnung und Masse nicht zusammenpassen, ist die Dokumentation wertlos, unabhängig davon, wie hochwertig sie gestaltet ist.
Was die publizierte Forschung tatsächlich untersucht hat
Die verwertbare Literatur lässt sich in vier Stränge gliedern: Genexpression im GABAergen System, elektrophysiologische und verhaltensbezogene Effekte in Nagermodellen, immunologische Marker als Erbe der Tuftsin-Herkunft und ein einzelner bildgebender Ansatz. Alles davon ist präklinisch oder mechanistisch, keine dieser Arbeiten ist eine zulassungsrelevante klinische Studie.
| Untersuchungsfeld | Modell | Referenz |
|---|---|---|
| Expression GABAerger Gene | Ratte | Volkova et al. 2016, Front Pharmacol |
| Expression GABAerger Gene, in vitro | Zelllinie IMR-32 | Filatova et al. 2017, Front Pharmacol |
| Spontane synaptische Aktivität | Ratte, CA1-Neurone | Povarov et al. 2017, Bull Exp Biol Med |
| BDNF-Gehalt nach Ethanolexposition | Ratte | Kolik et al. 2019, Bull Exp Biol Med |
| Verhaltenssensibilisierung, Ethanol | Maus DBA/2 | Kolik et al. 2016, Bull Exp Biol Med |
| Aversive Zeichen im Morphinentzug | Ratte | Konstantinopolsky et al. 2022, Bull Exp Biol Med |
| Entzündungsassoziierte Genexpression | Maus, Milz | Kolomin et al. 2011, Regul Pept |
| Zeitverlauf der Genexpression | Nagermodell | Kolomin et al. 2014, Mol Immunol |
| Zytokinspiegel unter sozialem Stress | Stressmodell | Leonidovna et al. 2021, Curr Rev Clin Exp Pharmacol |
| Funktionelle Konnektivität | Konnektomischer Ansatz | Panikratova et al. 2020, Dokl Biol Sci |
Der GABAerge Strang ist der am besten belegte. Die Arbeit von Volkova und Kollegen beschreibt Veränderungen in der Expression von Genen der GABAergen Neurotransmission nach Selank-Gabe im Rattenmodell, die Folgearbeit von Filatova reproduziert einen Teil davon in der Neuroblastom-Zelllinie IMR-32 und stellt die Effekte neben GABA selbst und Olanzapin. Bemerkenswert ist der Ansatzpunkt: beschrieben wird eine Veränderung der Expression, nicht eine direkte Rezeptorbindung.
Der elektrophysiologische Befund von Povarov ergänzt das auf Zellebene, indem er Veränderungen der spontanen synaptischen Aktivität an CA1-Neuronen des Hippocampus beschreibt.
Der immunologische Strang ist der direkte Nachhall der Tuftsin-Abstammung. Kolomin und Kollegen beschreiben Veränderungen entzündungsassoziierter Genexpression in der Milz sowie deren zeitliche Dynamik. Weitere Arbeiten betrachten Organbefunde unter chronischem Stress, etwa in der Leber (Fomenko et al. 2019, Bull Exp Biol Med) und im Dickdarm (Mukhina et al. 2020, Bull Exp Biol Med).
Methodisch am ambitioniertesten ist die Arbeit von Panikratova, die Selank und Semax mit einem konnektomischen Ansatz vergleicht und damit versucht, beschriebene Effekte an messbare Netzwerkveränderungen zu koppeln.
Wie groß die Datenbasis wirklich ist
Zahlen sind hier aussagekräftiger als Adjektive. PubMed listet zum Suchbegriff Selank 136 Einträge, davon 101 englischsprachig indexiert. Zum Vergleich: das verwandte Semax kommt auf 231 Einträge. Beide Werte stammen aus einer Abfrage vom 01.09.2026 und umfassen Übersichtsarbeiten, Tiermodelle und Zellstudien gleichermaßen.
| Kennzahl (Abfrage 01.09.2026) | Wert |
|---|---|
| PubMed-Einträge zum Begriff „selank“ | 136 |
| davon englischsprachig indexiert | 101 |
| PubMed-Einträge zum Vergleichsmolekül Semax | 231 |
| Kontrollierte Zulassungsstudien nach EU-Standard | keine |
Setzen Sie diese Zahlen ins Verhältnis. Für ein Molekül, das seit den 1990er Jahren existiert, sind 136 Einträge wenig. Zum Vergleich liefern etablierte Forschungspeptide dreistellige bis vierstellige Trefferzahlen. Die Datenbasis ist also nicht leer, aber sie ist dünn.
Drei Einschränkungen kommen hinzu. Erstens die Konzentration der Autorenschaft auf ein Forschungsumfeld, wodurch die übliche Absicherung durch unabhängige Replikation weitgehend fehlt. Zweitens durchgehend kleine Stichproben, und unterdimensionierte Studien finden Effekte nicht nur seltener, sie überschätzen sie auch dann, wenn sie welche finden. Drittens sind die vorhandenen Humanuntersuchungen aus dem russischen Umfeld (Zozulia et al. 2008, Zh Nevrol Psikhiatr; Medvedev et al. 2015, Zh Nevrol Psikhiatr) von keiner europäischen Zulassungsbehörde je bewertet worden und tragen als Beleg entsprechend wenig.
Westliche pharmakologische Literatur greift das Molekül bislang vor allem einordnend auf, etwa in einer Übersicht zu Substanzen mit Bezug zum GABA-Rezeptor (Doyno und Sobieraj 2021, J Clin Pharmacol). Eigene westliche Primärforschung von nennenswertem Umfang existiert nicht.
Der methodische Schwachpunkt ist die Verabreichungsroute
Die größte offene Frage der Selank-Literatur betrifft nicht die Substanz, sondern den Weg, auf dem sie in die Modelle gebracht wird. Ein großer Teil der Arbeiten nutzt die intranasale Gabe, und genau diese Route ist in der Neuropeptidforschung seit Jahren methodisch umstritten.
Der Kern der Debatte ist einfach zu formulieren und schwer zu beantworten: Wie viel eines großen, geladenen Peptidmoleküls erreicht nach nasaler Gabe tatsächlich das Zentralnervensystem, und reicht diese Menge aus, um die beschriebenen Effekte zu erklären? Die Auseinandersetzung wurde stellvertretend an Oxytocin geführt (Leng und Ludwig 2016, Biol Psychiatry; Meyer-Lindenberg et al. 2011, Nat Rev Neurosci), sie betrifft die Substanzklasse aber im Grundsatz.
Für Selank existiert immerhin ein direkter Routenvergleich zwischen intranasaler und intraperitonealer Gabe in zwei Mausstämmen (Vasil’eva et al. 2016, Eksp Klin Farmakol). Solche Vergleiche sind selten und für die Versuchsplanung wertvoller als eine weitere Verhaltensstudie mit derselben Route.
Wer heute ein Protokoll aufsetzt, sollte die Route deshalb als eigene Variable behandeln und nicht als Randbedingung, die man aus der Vorgängerarbeit übernimmt.
Regulatorischer Status
In der Europäischen Union ist Selank nicht als Arzneimittel zugelassen. Die EMA führt keine Zulassung, die FDA ebenfalls nicht. In der Russischen Föderation ist eine nasale Darreichungsform seit 2009 registriert, diese Registrierung gilt jedoch ausschließlich dort und stellt in Deutschland oder Österreich keinerlei Grundlage dar.
Für den Bezug in der EU folgt daraus eindeutig: Selank ist Referenzmaterial für die wissenschaftliche Laborforschung. Es ist kein Arzneimittel, kein Nahrungsergänzungsmittel und kein Kosmetikum, und es ist nicht zur Anwendung am Menschen oder am Tier bestimmt.
Diese Unterscheidung ist keine Formalie. Ein in einem Drittstaat registriertes Präparat und ein in der EU gehandeltes Forschungsmaterial sind rechtlich zwei völlig getrennte Dinge, auch wenn dieselbe Sequenz darin steckt.
Selank und Semax im molekularen Vergleich
Beide Moleküle stammen aus demselben Institut und teilen dieselbe Stabilisierungsstrategie, unterscheiden sich aber in der Ausgangssequenz und im untersuchten Kontext deutlich.
| Merkmal | Selank | Semax |
|---|---|---|
| Sequenz | Thr-Lys-Pro-Arg-Pro-Gly-Pro | Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro |
| Abgeleitet von | Tuftsin (aus Immunglobulin G) | ACTH-Fragment 4-7 |
| Summenformel | C33H57N11O9 | C37H51N9O10S |
| Molekülmasse | 751,9 Da | 813,9 Da |
| PubChem CID | 11765600 | 9811102 |
| PubMed-Einträge (01.09.2026) | 136 | 231 |
| Untersuchungsschwerpunkt | GABAerge Genexpression, Stress- und Entzugsmodelle, Zytokine | Neurotrophe Faktoren, Aufmerksamkeit, Neuroprotektion |
Ein praktischer Unterschied fällt in der Tabelle auf: Semax enthält Methionin und damit eine oxidationsempfindliche Position, Selank nicht. Für die Lagerung und die Bewertung eines Chromatogramms ist das ein relevanter Punkt.
Den Vergleich der drei Kognitionspeptide einschließlich DSIP und der Preise pro Milligramm finden Sie im Nootropika-Überblick. Dieser Artikel hier bleibt beim Einzelmolekül.
Qualität: was ein Analysenzertifikat zu Selank belegen muss
Weil die berichteten Effektgrößen in diesem Feld klein und die Modelle empfindlich sind, wiegt die Materialqualität schwerer als in vielen anderen Bereichen. Ein unbemerkt niedrigerer Peptidgehalt sieht in den Rohdaten exakt aus wie ein schwächerer Effekt, und diese Verwechslung fällt oft erst Monate später auf.
Zwei Kennzahlen sind zu trennen. Die chromatographische Reinheit sagt, welcher Anteil des peptidbezogenen Materials die Zielsequenz ist. Der Peptidgehalt sagt, welcher Anteil der gesamten Pulvermasse überhaupt Peptid ist. Ein Lyophilisat kann bei der ersten Zahl bei 99 Prozent liegen und bei der zweiten spürbar darunter, weil auch Restwasser und Gegenionen aus der Aufreinigung in der Phiole sind.
Drei Angaben gehören auf ein brauchbares Zertifikat:
- Chargennummer und Analysendatum, damit das Papier der Phiole in Ihrer Hand zuzuordnen ist
- HPLC-Reinheit mit Chromatogramm, nicht nur eine Prozentzahl im Fließtext
- Identitätsbestätigung per Massenspektrometrie gegen die erwartete Masse von 751,9 Da
Unsere Chargen werden von Analyton Labs geprüft, einem unabhängigen Labor ohne kommerzielles Interesse am Ergebnis, und das Zertifikat ist vor dem Kauf einsehbar. Notieren Sie die Chargennummer zusammen mit Ihren Versuchsdaten. Wenn ein Befund später nicht reproduzierbar ist, lässt sich die Materialqualität damit als Erklärung ausschließen oder bestätigen.
Wo Selank für die Forschung kaufen
Selank führen wir als lyophilisiertes Referenzmaterial mit chargenspezifischem Analysenzertifikat in zwei Gebindegrößen, Versand aus dem EU-Lager ohne Zollabwicklung. Die Produktdaten, das aktuelle Zertifikat und die tagesaktuelle Verfügbarkeit stehen auf der Seite Selank im Katalog.
| Gebinde | Preis | Preis pro mg |
|---|---|---|
| 5 mg | 26,90 € | 5,38 € |
| 10 mg | 35,90 € | 3,59 € |
Bei der größeren Phiole liegt der Milligrammpreis niedriger, was für Versuchsreihen relevant ist, die über mehrere Wochen aus derselben Charge arbeiten sollen. Genau das ist methodisch ohnehin die bessere Wahl, denn ein Chargenwechsel mitten in einer Serie führt eine Variable ein, die Sie später nicht mehr herausrechnen können.
Die vollständige Auswahl steht in der Kategorie Nootropika und kognitive Forschungspeptide.
Prüfen Sie vor jeder Bestellung, ob das gezeigte Zertifikat zur gelieferten Charge gehört und ob die Chargennummer auf dem Etikett mit der auf dem Papier übereinstimmt. Ein Anbieter mit funktionierendem Qualitätssystem kann das innerhalb von Minuten belegen.
Häufige Fragen
Was ist Selank in einem Satz? Ein synthetisches Heptapeptid mit der Sequenz Thr-Lys-Pro-Arg-Pro-Gly-Pro, abgeleitet vom körpereigenen Immunpeptid Tuftsin und stabilisiert durch eine angehängte Pro-Gly-Pro-Sequenz.
Ist Selank in Deutschland oder Österreich ein zugelassenes Arzneimittel? Nein. Weder die EMA noch die FDA führen eine Zulassung. In der Russischen Föderation ist seit 2009 eine nasale Darreichungsform registriert, diese Registrierung hat in der EU keine Gültigkeit. Wir geben Selank ausschließlich als Referenzmaterial für die wissenschaftliche Laborforschung ab.
Was ist der Unterschied zwischen Selank und N-Acetyl Selank? Es sind zwei verschiedene Moleküle. N-Acetyl Selank trägt eine acetylierte N-terminale Aminogruppe und hat dadurch eine andere Masse und ein anderes Abbauprofil. Die publizierten Befunde beziehen sich fast durchgehend auf die nicht acetylierte Form.
Warum stammt die Literatur überwiegend aus Russland? Selank wurde am Institut für Molekulargenetik der Russischen Akademie der Wissenschaften entwickelt, und die Forschung ist weitgehend dort geblieben. Von 136 PubMed-Einträgen sind 101 englischsprachig indexiert, unabhängige westliche Primärforschung von nennenswertem Umfang fehlt bislang.
Was bedeutet die Endung PGP in der Sequenz? Prolin-Glycin-Prolin ist eine angehängte Tripeptid-Sequenz, die das Molekül gegenüber dem enzymatischen Abbau stabilisiert. Ohne sie wäre die Halbwertszeit des Ausgangspeptids Tuftsin so kurz, dass eine kontrollierte Untersuchung kaum möglich wäre.
Reicht eine Reinheitsangabe von 99 Prozent als Qualitätsnachweis? Nein. Diese Zahl beschreibt in der Regel die chromatographische Reinheit und sagt nichts über den Peptidgehalt der Pulvermasse, den Wassergehalt oder die Identität der Sequenz. Erst ein chargenbezogenes Zertifikat mit HPLC-Chromatogramm und massenspektrometrischer Bestätigung gegen 751,9 Da ist ein Nachweis.
Wie wird das Lyophilisat gelagert? Trocken, bei 2 bis 8 °C und vor Licht geschützt. Nach der Rekonstitution mit bakteriostatischem Wasser nennt die Literatur für Peptide allgemein eine Stabilität in der Größenordnung von 28 Tagen bei Kühlung und steriler Handhabung.
Rechtlicher Hinweis
Selank ist ausschließlich für die wissenschaftliche Laborforschung bestimmt (Research Use Only). Es ist kein Arzneimittel, kein Nahrungsergänzungsmittel und kein Kosmetikum. Es ist nicht zur Anwendung am Menschen oder am Tier, nicht zur Diagnose, Behandlung, Linderung oder Vorbeugung von Krankheiten bestimmt. Dieser Artikel fasst publizierte wissenschaftliche Literatur zusammen, beschreibt ausschließlich den dort dokumentierten Untersuchungskontext und stellt keine gesundheitsbezogene Aussage und keine Anwendungsempfehlung dar.
